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Bildung English Francais Politik

Heiko Maas fährt nach Amerika

… und Emmanuel Macron hatte gestern auch einen großen Auftritt in den USA. Beim Treffen mit Präsident Trump redete Macron in fließendem englisch, obwohl die „Grande Nation“ ansonsten sehr viel Wert auf ihre französische Sprache legt.

Heiko Maas sprach zur gleichen Zeit vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York – auf deutsch. Er bewarb sich um einen Sitz Deutschlands im UN-Sicherheitsrat – auf deutsch. Was soll das?

Heiko Maas vor der UN

Ursula von der Leyen und Julia Klöckner brauchen keine Fremdsprachenkenntnisse. Sie können ihre politischen Reden alle auf deutsch halten, weil sie innenpolitische Ressorts vertreten. Aber ein Heiko Maas, oder auch ein Gerd Müller, die auf internationalem Parkett deutsch reden, sind im Jahr 2018 eine Blamage für Deutschland.

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Jura Politik Religion

Vegetarier als Fleischereifachverkäufer

Eine überzeugte Vegetarierin hat das Recht, als Fleischereifachverkäuferin eingestellt zu werden. Das hat der Europäische Gerichtshof jetzt entschieden (Rechtssache Nr. C414/16). Zur Bedingung darf der Fleischkonsum nur gemacht werden, wenn dies für die Tätigkeit „objektiv geboten“ ist und die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibe.

Das Urteil könnte für Metzgereien in Deutschland erhebliche Auswirkungen haben. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi ist es unerheblich, daß eine Vegetarierin nicht überzeugend Schnitzel, Hackfleisch und Wurstsalat verkaufen kann, weil sie eine persönliche Entscheidung getroffen hat, sich von diesen Speisen fernzuhalten. „Metzgereien dürfen bei Einstellungen ausschließlich die Qualifikation und Eignung berücksichtigen“, sagte Vorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Das ist jetzt auch gerichtlich überprüfbar“.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes forderte die Metzgereien auf, aus dem Urteil Konsequenzen zu ziehen und zukünftig nur noch Vegetarier einzustellen. Nur so könnte deren bisher total unterrepräsentierte Stellung als Fleischereifachverkäufer mittelfristig ausgeglichen werden, und damit Artikel 3 des Grundgesetzes erfüllt werden.

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Allgemein

Die Angst in Aachen

In Aachen geht die Angst um. 60 km entfernt in Tihange ist ein Atomkraftwerk, und die Belgier weigern sich, dieses stillzulegen.

Viele Menschen in Aachen haben einen Aufkleber auf ihrer Fensterscheibe oder auf ihrem Auto, mit dem sie für die Abschaltung des Atomkraftwerks eintreten.

Die Angst in Aachen

Ich respektiere das. Es ist zwar nur ein theoretisches Risiko, eine abstrakte Gefahr, aber es ist eine subjektiv gefühlte Gefahr. Und auf seine Gefühle sollte man hören.

Hier ist ein besonders schönes Aachener Auto. Es steht regelmäßig vor meiner Tür in Köln, immer auf anderen Parkplätzen, es wird also vom Besitzer häufig benutzt.

Die Angst in Aachen

Doch halt: was ist denn das? Eine abstrakte Gefahr, die man ganz einfach eliminieren könnte. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass es ein hohes Risiko gibt, bei einem Unfall ein Schleudertrauma zu erleiden, wenn man an seinem Sitz keine Kopfstützen hat. Wieso montiert der Besitzer dieses Autos diese Kopfstützen nicht? Er hat offensichtlich doch keine Angst vor einer abstrakten Gefahr. Wieso hat er dann Angst vor Tihange?

Die Angst in Aachen

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Ethik Facebook Internet

Wir sind nur Gast auf Facebook

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, hat in seinem Blog einen sehr nachdenklichen Beitrag über das Verhältnis der Kirche zu Facebook geschrieben. Letztlich kritisiert er Facebook massiv, bezeichnet den Datenverkauf an Cambridge Analytica als „unerhört“ und als „Skandal“, rechtfertigt es aber, daß die Kirche weiterhin bei Facebook ist, weil sie dort sein will, wo die Menschen sind.

Manfred Rekowski

Ich selbst sehe das allerdings viel offensiver und im Ergebnis doch anders als Manfred Rekowski, wie ich auch in meinem ursprünglichen Beitrag schrieb. Dem Präses stimme ich völlig zu, daß Facebook keine ethischen Maßstäbe setzt, die mir gefallen müssen. Und natürlich sind wir nur Gast auf Facebook – übrigens eine sehr intelligente Formulierung.

Gleichzeitig bezweifle ich, ob es zielführend ist, jetzt für Dienste wie Facebook bezahlen zu wollen, und stattdessen die „Hoheit über seine Daten“ behalten zu wollen. Jeden Sonntag erlebe ich, wie der Pfarrer auf der Kanzel seine Predigt über abstrakte biblische Texte mit Daten aus seinem Leben würzt.

Das gehört für mich als Christ einfach dazu, daß ich eben nicht die Hoheit über meine Daten habe, sondern daß ich andere daran teilhaben lasse. Und dieser „andere“ kann mein kranker Nachbar, aber eben auch Mark Zuckerberg sein.

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Allgemein

Handyticket in der Straßenbahn

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute wurden mal wieder 48,02€ von meinem Konto abgebucht, für mit dem Handyticket bezahlte Fahrten im März. Ich habe Ihnen das schon oft geschrieben, aber ich wiederhole mich gerne: DAS GEHT SO NICHT! Erst die Rechnung, dann die Abbuchung. So ist das üblich im Geschäftsleben, so machen Sie das aber nicht.

Ich habe, so wie ich das sehe, keine Rechnung von Ihnen erhalten. Die KVB hat ein Monopol auf Fahrten in Köln, daher bin ich gezwungen, Sie ab und an zu nutzen (heute leider nicht), und kann auf die KVB nicht verzichten. Aber gerade, weil Sie ein Monopol haben, ist es umso wichtiger, daß Sie sich endlich an Gesetze halten.

Ich setze Ihnen eine Frist bis 31. Mai 2018. Wenn Sie Ihre Rechnungslegung bis dahin nicht geändert haben, werde ich weitere Schritte mit meinem Anwalt besprechen und ggf. Ihre Praxis, bzw. die von Logpay, Ihnen gerichtlich untersagen lassen.

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English Transport & Verkehr

Train from London to Amsterdam

30 years ago, I spent a lot of money to buy Eurotunnel shares. Although this didn’t pay off financially, it still makes me proud to have been part of this great development.

This morning heralded the launch of direct high-speed passenger rail services between London and Amsterdam via the Channel Tunnel.

On the eve of the UK leaving the European Union, this new link is a very powerful sign of confidence in the strength of cross-Channel traffic. The new Eurostar service, in the medium term, should capture a little over a quarter of the air traffic on the route, equivalent to more than a million passengers per year.

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Bildung Ethik

Das Leben kostet viel Zeit

Jedes Leben ist ein Roman. Und der Verfasser ist unbekannt.

Jens Sparschuh

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Jura Religion

Kabarett am Karfreitag

Der Gründer des Bonner Pantheontheaters, Rainer Pause, beschwert sich darüber, daß er an Karfreitag keine Kabarettaufführungen veranstalten darf. Der „Kölner Stadtanzeiger“ berichtet darüber auf der ersten (!) Seite und legt nahe, der Zeitgeist könne bedeuten, daß man dieses Verbot in Frage stellt.

Herr Pause scheint die derzeit geführte öffentliche Diskussion „Gehört der Islam zu Deutschland?“ um einen weiteren Aspekt bereichern zu wollen: „Gehört das Christentum zu Deutschland?“. Wieso meint er, das Feiertagsgesetz würde im Jahr 2018 nicht mehr gelten?

Wenn Herr Pause sich weiterentwickeln will, kann er ja die Weihnachtsgeschenke für seine Familienmitglieder abschaffen und stattdessen das islamische Zuckerfest feiern – das ist sein gutes Recht, im Privaten. Aber das Verbot von Kabarett am Karfreitag hat nichts mit seiner privaten Lebensführung zu tun, sondern ist Teil der deutschen Kultur.

Was hat die Bewahrung von Traditionen mit „Zeitgeist“ zu tun?

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Abenteuer Ethik Facebook Internet Politik

Der Facebook Datenskandal

Mich nervt es zusehens, wie seit Tagen alle nur von dem angeblichen Datenskandal bei Facebook reden. So ein Quatsch!

Facebook ist für den Nutzer kostenlos, und im Gegenzug geben wir Facebook ganz viele Daten, die der Dienst monetarisiert, indem diese Daten ausgewertet und das Ergebnis an Firmen verkauft wird. Das weiß jedes Kind, und nichts anderes haben Facebook und Cambridge Analytica gemacht.

Es gibt keinen Skandal.

Der Facebook Datenskandal

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Allgemein

Assad Gavron

Achtzehn Hiebe

Lesung auf der Buchmesse Leipzig

Assad Gavron