Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, hat in seinem Blog einen sehr nachdenklichen Beitrag über das Verhältnis der Kirche zu Facebook geschrieben. Letztlich kritisiert er Facebook massiv, bezeichnet den Datenverkauf an Cambridge Analytica als „unerhört“ und als „Skandal“, rechtfertigt es aber, daß die Kirche weiterhin bei Facebook ist, weil sie dort sein will, wo die Menschen sind.

Manfred Rekowski

Ich selbst sehe das allerdings viel offensiver und im Ergebnis doch anders als Manfred Rekowski, wie ich auch in meinem ursprünglichen Beitrag schrieb. Dem Präses stimme ich völlig zu, daß Facebook keine ethischen Maßstäbe setzt, die mir gefallen müssen. Und natürlich sind wir nur Gast auf Facebook – übrigens eine sehr intelligente Formulierung.

Gleichzeitig bezweifle ich, ob es zielführend ist, jetzt für Dienste wie Facebook bezahlen zu wollen, und stattdessen die „Hoheit über seine Daten“ behalten zu wollen. Jeden Sonntag erlebe ich, wie der Pfarrer auf der Kanzel seine Predigt über abstrakte biblische Texte mit Daten aus seinem Leben würzt.

Das gehört für mich als Christ einfach dazu, daß ich eben nicht die Hoheit über meine Daten habe, sondern daß ich andere daran teilhaben lasse. Und dieser „andere“ kann mein kranker Nachbar, aber eben auch Mark Zuckerberg sein.