Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest, ein Glas Bier und einen vollen Akku.
Die Deutsche Sprache – Idiom des Tages
Wimdu und so
An manchen Tagen frage ich mich, wie eigentlich der „typische deutsche Jungunternehmer“ aussieht. Wenn ich mir ansehe, was Arne Kahlke und Sören Kress seit einiger Zeit in ihrem alten Elektromotorengebäude am Volkspark Humboldthain in Berlin-Wedding so machen, dann denke ich mir: das kanns ja wohl nicht sein.
Was ich interessant finde: alle Politiker, die ich kenne, und denen ich auf Facebook folge, z.B. Sigmar Gabriel und Hannelore Kraft, Angela Merkel und Ilse Aigner, haben ihr Facebook-Profilbild nicht in den französischen Farben eingefärbt. Gut, der Hauptgrund dafür wird sein, dass ihre Accounts nicht von ihnen selbst gepflegt werden und die jeweiligen Teams, die das im Namen der Politiker machen, haben keine Berechtigung, das Bild zu ändern. Aber das Ergebnis finde ich dennoch gut.
Solidarität ist etwas für Gefühlsmenschen. Die Anschläge in Paris haben bei vielen Menschen heftige Gefühle ausgelöst, und das sind die Menschen, die daraufhin ihr Facebook-Bild verändert haben. Ich habe auch oft heftige Gefühle, aber das ist bei privaten Dingen wie Freundin oder Familie, bei Dingen, die mir nah gehen.
Aber für mich ist die Antwort auf den Anschlag von Paris nicht mit Gefühlen verbunden und auch nicht mit Empathie. Ich will jetzt keine Empathie bekunden. Es muß jetzt rational und völlig emotionslos überlegt werden, wie es weitergeht. Und deshalb färbe ich mein Facebook-Profilbild nicht in blau-weiss-rot.
in memoriam Helmut Schmidt
Sommer 1982. Demo im Bonner Hofgarten gegen Helmut Schmidts NATO-Doppelbeschluß. Ich war dabei. Das war eine der wichtigsten Stationen zu Beginn meines „politischen Lebens“, und dieses „Erlebnis“ habe ich letztlich Helmut Schmidt zu verdanken. 5 Uhr Abfahrt des Busses, damit wir rechtzeitig in Bonn waren. Total anstrengender Tag, letztlich vergeblich. Die Pershings und Cruise Missiles kamen trotzdem, und ich bin heute noch traurig, daß wir es nicht geschafft haben, uns gegen Helmut Schmidt und seine Kumpels in den USA durchzusetzen.
Ein schöner Kommentar heute in der „Tagesschau“: Helmut Schmidt wurde von uns allen in der SPD respektiert. Geliebt aber wurde Willy Brandt.
Seit 2 1/2 Jahren bin ich jetzt aktiver Teil der „Sharing Economy“. Ich teile meine Wohnung mit Gästen aus aller Welt. Meist ist es Simons Hochbett, manchmal aber auch mein eigenes Bett, in dem ich Fremde willkommen heiße. Wenn die Nachfrage sehr groß ist und ich nicht zu Hause bin, werden auch schon mal beide Zimmer gleichzeitig vermietet, und zu Messezeiten auch zusätzlich das Schlafsofa im Wohnzimmer. Dann hilft mir meist mein Freund Stefan, der die Gäste in meiner Abwesenheit in Empfang nimmt und auf die Zimmer verteilt. Wir sind nach über zwei Jahren schon ein ziemlich eingespieltes Team.
Das Geschäft brummt und noch kein Gast hat eine Axt mitgebracht.
Berlin Michael Müller SPD
Hamburg Olaf Scholz SPD
München Dieter Reiter SPD
Köln Henriette Reker – keine
Frankfurt a.M. Peter Feldmann SPD
Essen Thomas Kufen CDU
Dortmund Ullrich Sierau SPD
Stuttgart Fritz Kuhn B90/Grüne
Köln ist jetzt weit und breit die einzige große deutsche Stadt, die keinen parteigebundenen Oberbürgermeister mehr hat. Das ist typisch. In Köln legt man sich nicht fest, in Köln geht alles, und deshalb kommt Köln auch nicht voran.
Wenn eine Millionenstadt einen Oberbürgermeister wählt, und die aussichtsreichste Kandidatin Henriette Reker – die letztlich mit 52% der Stimmen auch gewählt wird – liegt gleichzeitig nach einem Messerattentat im künstlichen Koma auf der Intensivstation der Uniklinik, merkt man, das etwas nicht stimmt in dieser Gesellschaft.
Der Realitätsverlust ist erschütternd. Es geht nur noch um Symbolik. Die Kölner wählen lieber eine erkrankte Frau, in der Hoffnung, daß diese wieder gesund wird, statt der Realität ins Auge zu sehen und zu begreifen, daß es so nicht weitergehen kann in Deutschland.

Wahllokal 40206 am Sonntag. Wahlhelfer Svenja und Simon im Gespräch.



