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Schäubles schwarze Null

Ganz Europa fleht Deutschland an, den Stabilitätspakt aufzuweichen. Weil Frankreich, Italien, Spanien und viele andere in der Rezession und Deflation versinken. Ganz Europa, und auch der €, stehen vor dem Untergang, weil Deutschland keine neuen Schulden macht.

Außerdem sind die Zinsen für Staatsanleihen in Deutschland derzeit real unter Null, also würden wir Schulden aufnehmen können, ohne dafür etwas zu bezahten. Es gab seit 50 Jahren keinen schlechteren Zeitpunkt, auf Neuverschuldung zu verzichten. Wenn man es dennoch macht, ist man dumm, oder frech, oder beides. Das geht auf keine Kuhhaut.

Schaeuble

In dieser Situation stellt sich Herr Schäuble gestern im Bundestag hin und ist stolz auf seine schwarze Null. Ich schäme mich, als Deutscher, für diese Bundesregierung.

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Geschichte Internet Jura

Sieben Thesen zur Netzneutralität

Meine Freunde von netzpolitik.org fordern mal wieder Netzneutralität. Ich kann das Thema eigentlich nicht mehr hören. Aber weil alle gerade davon reden, rede ich eben doch ein wenig mit. Hab mal angefangen, die Thesen zu zerpflücken. Aber eigentlich lohnt sich der Aufwand nicht. Es gab aus meiner Sicht noch nie Netzneutralität und es kann sie nie geben.

Zur ersten These: ich habe hier in Köln zwei feste Internetanschlüsse. Ich kann Internet über Netcologne oder über die Deutsche Telekom beziehen. Das mag nicht überall funktionieren, aber es ist sicher kein Einzelfall. Die These ist also nicht ganz richtig. Außerdem gilt sie nur für kabelgebundene Netze. Bezogen auf Datennutzung über Handy ist sie völlig falsch.

Zur zweiten These: zentral gesteuerte Onlinedienste wie BTX waren in vielen Belangen dem heutigen Internet überlegen. Ich vermisse sie. Es gab bei BTX übrigens die Möglichkeit, mit 1200/75 Bit/s oder mit 28 kBit/s zuzugreifen. Es gab also im Ergebnis Zugänge unterschiedlicher Qualitäten, das hat niemanden gestört.

Zur vierten These: 10 MBit/s braucht kein Mensch. Mit 300 kBit/s kann man sehr gut Videos sehen. Ich mache das fast täglich. Wenn es also keine Netzneutralität gibt, und in der Folge dann manche mit 100 MBit/s surfen und andere mit nur 1 MBit/s, ist das überhaupt keine spürbare Einschränkung für letztere.

These fünf “Inhalteanbieter bezahlen im Netz heute für die Auslieferung ihrer Daten in einer garantierten Qualität” ist schlicht falsch. Im ICP/IP Protokoll kann die Qualität nicht garantiert werden. Das stört den großen Geist nicht, und den kleinen geht’s nichts an.

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Bildung Ethik Internet Jura

Die digitale Zukunft

In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Die digitalisierte Gesellschaft als Herausforderung.

So lautete (abgekürzt) das Thema einer Tagung der Evangelischen Akademie in Villigst in Westfalen, die ich gestern besuchte. Wir haben sehr angeregt diskutiert über Profiling und die Auswirkung von Algorithmen auf Grundrechte und Demokraite, über Medienethik, die kindliche Entwicklung und welchen Einfluß die neuen Medien auf die Kinder, und die Gesellschaft im Allgemeinen haben.

Doch das war eine akademische Diskussion über die Zukunft. Die Gegenwart ist jetzt, und die ist genauso wichtig. Mein Kreditkartenunternehmen schreibt mir gerade „Starten Sie mit dem Barclaycard Online-Kundenservice in die digitale Zukunft“. Auf deutsch, sie wollen den Kontoauszug auf Papier abschaffen und mich zwingen, nur noch Online den Kontoauszug abzurufen.

Halt! So geht es nicht! Natürlich nutze ich seit über 25 Jahren Onlinebanking. Aber deswegen will ich doch nicht auf eine Papierrechnung verzichten!

Der BGH hat vor wenigen Tagen entschieden, daß ein Telefonunternehmen keine Extragebühr für eine Papierrechnung, einmal pro Monat, verlangen darf. Man muß offensichtlich manche Unternehmen, die die dringend notwendige Digitalisierung der Gesellschaft mißbrauchen, daran erinnern, daß damit vor allem ein Gewinn, und eine Komfortsteigerung für die Menschen und eben kein Kostensenkungsprogramm für die Wirtschaft gemeint ist.

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Abenteuer DM Francais Politik VWL

Günther macht den Euro tot

In der „Financial Times“ von heute befindet sich ein Artikel von Günther Oettinger auf Seite 9. Nach diesem Artikel, und dessen Zusammenfassung auf Seite 1 (!) der FT können wir die deutsch-französische Zusammenarbeit, und den €, wahrscheinlich vergessen.

gunther

Es war ein Fehler von Angela Merkel, daß sie den Günther damals nach Brüssel entsorgt hat in der Hoffnung, dort könne er kein Unheil mehr anstellen. Er kann. Und er hat es heute wieder bewiesen.

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Allgemein English Ethik

Life

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Bildung English VWL

The wacky economics of Germany’s parallel universe

Financial Times

German economists roughly fall into two groups: those that have not read Keynes, and those that have not understood Keynes.

The only party with some Keynesian leanings are the former communists.

Wolfgang Münchau, Financial Times, Monday, 17 November 2014

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Ethik Transport & Verkehr

Bahnstreik der GDL von Donnerstag bis Montag

Der Personalvorstand der Deutschen Bahn AG sollte zum Rücktritt aufgefordert werden. So dilletantisch hat noch nie ein Bahn-Personalvorstand mit der GDL verhandelt. Es war doch mittlerweile dem letzen in Deutschland klar, daß die GDL streikbereit ist. Dennoch hat die Bahn undiplomatisch verhandelt, und alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Die Leidtragenden sind ab Donnerstag mal wieder die Fahrgäste.

Ich bin am Wochenende auf einer Tagung in Nürnberg und muß jetzt bis Montag bleiben, obwohl ich eigentlich am Sonntag schon wieder abreisen wollte.

Bahnstreik

Ich bin stinksauer auf die Chefs der Deutschen Bahn. Wenn DB-Personalvorstand Ulrich Weber noch einen Funken Anstand hat, sollte er umgehend zurücktreten. Er kann offensichtlich keine Verhandlungen mit der Gewerkschaftsseite führen.

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Bildung Internet Transport & Verkehr Webseiten

Immer noch im Schlandnet

Die Deutsche Telekom hat Internetnutzern den Verbleib ihrer E-Mails in Deutschland garantiert. „Für unsere Privatnutzer in Deutschland haben wir das nationale Routing bereits umgesetzt“, sagte Konzernchef Tim Höttges der „Welt am Sonntag„. Sie könnten sicher sein, dass ihre E-Mails auf dem Weg von Bremen nach München nicht das Land verließen, wenn beide Nutzer bei der Telekom seien.

E-Mail

Ich weiß schon, wieso ich meinen T-Online-Account gekündigt habe. Die lösen Probleme, die es gar nicht gibt. Mir ist doch völlig egal, welchen Weg meine E-Mail nimmt. Schon mal was von TCP/IP-Protokoll gehört? Das sieht ein Schlandnet nicht vor.

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Bildung English Geschichte Internet

From papyrus to pixels

The growth rate of e-books has recently slowed in many markets. Publishers now expect most of their sales to remain in print books for decades to come – some say for ever.

There are a number of reasons. One is that the print book is „a really competitive technology“: it is portable, hard to break, has high-resolution pages and a „long battery life“.

bookshelf

Sales of e-readers, the most popular of which is the Kindle, are in decline. „In a few years‘ time, we will look back at e-readers and remember them as one of the shortest-lived of all consumer media devices.“

The Economist, October 11th 2014, p 47

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Internet

Internetwoche Köln

Wie betreibe ich ein Videoblog?

Guido Breunung