Sascha Lobo ist seit Jahren einer der bekanntesten deutschen Blogger und Internetexperten. Nun fühlt er sich durch die von Edward Snowden aufgezeigten Ereignisse gekränkt und schreibt das ausführlich in der FAZ.

Sascha Lobo

Ich denke, wir sind selbst schuld, daß die Lage in Deutschland so ist, wie sie ist. Nelson Mandela hat in Südafrika eine Wahrheits- und Versöhnungskommission gegründet, und heute gibt es in Südafrika, bei all seinen Problemen, keine rassistische Spaltung der Gesellschaft mehr in schwarz und weiß.

Wir in Deutschland haben eine Stasi-Unterlagenbehörde (Gauck-Behörde) eingerichtet, die Deutschland nicht versöhnt, sondern die Spaltung zwischen ehemaligen MfS-Mitarbeitern und allen anderen noch vertieft hat.

Wenn wir es so wie Nelson Mandela gemacht hätten, würde die ehemaligen MfS-Mitarbeiter mit ihrem in der DDR erworbenen Expertenwissen heute für Deutschland spionieren, und sie wären genauso gut wie die NSA und Frau Merkel hätte keinen Grund, Herrn Obama „Stasi-Methoden“ vorzuwerfen. Stattdessen könnte sie bei ihrem wöchentlichen Kabinetts-Briefing über die von Obamas Handy abgehörten Gespräche berichten.

Und alle wären glücklich. Und Sascha Lobo könnte sich den Gang zum Psychotherapeuten sparen.