Aufbrechen.
Irgendwohin.

Die Koffer packen.
Altes zurücklassen.

Ungewiss die Zukunft.
Gewiss nur: Gottes Ruf: Brich auf!

Geh aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir
zeigen will.

Gott sagt das zu Abram.
Und Abram steht auf und geht.
Er zieht weg.
Weg aus der alten Heimat.
Weg von seiner Familie und Verwandtschaft.
Weg aus Gewohntem.
Da ist er 75 Jahre jung.

Glauben heißt offenbar (immer mal wieder): Aufbrechen.
Abram bricht auf
Die Jünger Jesu brechen auf.
Folgt mir nach – so ruft Jesus sie in die Nachfolge.
Sie lassen alles stehn und liegen und folgen ihm.
Ziel: unbekannt.
Zukunft: ungewiss.
Gewiss nur: Gottes Ruf.

Es ist gut, sich vor Aufbrüchen darauf
zu besinnen: Liegt da der Segen
Gottes drauf? Soll ich wirklich?
Ist das der Weg, den ich gehen soll?

Die für mich beeindruckendste Aufbruchfigur
der Bibel ist Petrus. Jesus
ruft ihn zu sich aufs Wasser.

Wie? Über das Wasser gehen? Wo
sind die Steine?
Wo die Sicherungen?
Wie soll ich mich vor dem Ertrinken
schützen?

Dann doch lieber bleiben?
Nichts wagen?
Ängstlich den Wogen und dem
Sturm des Lebens ausgesetzt sein?

„If you want to walk on the water,
you’ve got to get out of the boat“

Willst Du übers Wasser gehen,
musst Du raus aus dem Boot.

Petrus wäre wohl nie zu Jesus gekommen,
hätte er nicht dieses Vertrauen
gehabt, dass der, der ihn ruft,
auch über die Wellen tragen würde.

Gewiss, es war riskant. Lebensgefährlich
sogar. Aufbrüche tragen
immer die Gefahr des Scheiterns.

Erst im Blick auf Christus, der ihm
von der anderen Seeseite entgegenkommt,
gewinnt Petrus das
Vertrauen, das man braucht, um
aufzubrechen.

Aber dann steigt er über die Bordwand,
und tastet sich hinaus in die
Untiefen. Und siehe: Das Wasser –
oder ist es mehr noch sein Glaube?
– trägt!!

Aufbrechen.
Irgendwohin.

Die Koffer packen.
Altes zurücklassen.

Ungewiss die Zukunft.
Gewiss nur: Gottes Ruf: Brich auf!

Pfarrer Marc Blessing
Evangelisch-Lutherische Kirche in Genf
März 2014
https://www.luther-genf.ch/