Am gestrigen Dienstag steht im Kölner Stadtanzeiger im Wirtschaftsteil ein Artikel „Teures Vorzeigeprojekt scheitert. Spahn will Gesundheitskarte abschaffen“.

Ich habe noch selten einen Artikel gelesen, der so weit von der Realität entfernt ist. Als freiwillig bei der Techniker Krankenkasse (TK) Versicherter nehme ich seit vorgestern, Montag, 14. Mai 2018 am Betatest des Projekts „elektronische Gesundheitsakte“ teil. Die TK ermöglicht es mir, ohne Zusatzkosten sämtliche Arztbehandlungen, verschriebenen Medikamente etc. in der App auf meinem iPhone einzusehen. All diese Daten wurden – mit meiner Zustimmung – von der TK an die IBM übertragen, wo sie verschlüsselt aufbewahrt und jederzeit zum Abruf durch mich bereitstehen.

Die Grundlage für diesen Service ist natürlich eben diese Gesundheitskarte, die seit vielen Jahren bei jedem Arztbesuch eingelesen wird. Das System der „elektronischen Gesundheitsakte“ muß noch weiter optimiert werden; bisher kann ich außer dem Datum und dem Namen des besuchten Arztes bzw. des verschriebenen Medikaments noch nicht viel abrufen. Aber das ist ein erster, innovativer Schritt, der ohne die erfolgreich eingeführte Gesundheitskarte nie möglich geworden wäre. Sie ist daher eben nicht gescheitert, sondern ein voller Erfolg.

Die TK hat sich dazu entschlossen, dieses Pilotprojekt in Eigenregie einzuführen, da die Gesundheitsminister der letzten Jahre offensichtlich nicht in die Puschen kamen. Ich bin begeistert, welche innovativen IT-Projekte in Deutschland, die meiner Gesundheit dienen – trotz der Blockadehaltung der Minister Gröhe und Spahn – offensichtlich dennoch möglich sind.